Im Februar 2021 – mitten im Corona-Lockdown – haben wir unseren Traum vom eigenen DIY Camper verwirklicht: Wir haben einen alten Mercedes Sprinter zum Camper ausgebaut – und das komplett selbst. In diesem Beitrag zeigen wir dir unseren Campervan Ausbau unter 2000 Euro – mit allem, was wir zum Leben unterwegs brauchen: Bett, Küche, Toilette und Stauraum – auf gerade mal 4 m².
Unser Mercedes Van ist nicht nur ein Projekt, sondern inzwischen ein echtes Zuhause auf Rädern. Trotz über 340.000 km läuft er zuverlässig – ein treuer Begleiter auf all unseren Vanlife-Abenteuern. Natürlich haben wir ihm auch einen Namen gegeben: Marshall. Klingt für uns ein bisschen nach Roadtrip, ein bisschen nach Abenteuer. Passt irgendwie perfekt zu unserem kleinen Sprinter.
Marshalls Eckdaten kompakt
- Modell: Mercedes Sprinter
- Baujahr: 1999
- Länge: 5 Meter
- Höhe: 2,35 Meter
- Wohnfläche: ca. 4 Quadratmeter
- Kilometerstand: über 340.000

Unser DIY Camper Ausbau mit Pappelsperrholz
Ausgebaut haben wir unseren Van selber, mit viel Zeit und einer Menge Pappelsperrholz. Zum Glück durften wir die Werkstatt von Pati’s Onkel mitbenutzen – ohne diese wäre vieles definitiv schwieriger (oder ganz schief) geworden.
Wir haben unseren Marshall isoliert, ausgebaut, mit Vorhängen ausgestattet und sogar einen Vinylboden verlegt. Draußen haben wir unseren Sprinter aber so gelassen wie er war – unaufgeregt und weiß. Wir wollten nämlich keine zu große Aufmerksamkeit auf uns ziehen, wenn wir mal irgendwo frei stehen, was in Europa ja nicht immer ganz einfach ist.
Unser Ziel war es, alle für uns wichtigen Funktionen auf dem kleinen Raum unterzubringen. Das war nicht immer einfach und wir haben viel rumprobiert – aber genau das hat am Ende zu einem Ausbau geführt, der genau zu uns passt.
Das Bett
Als erstes “Möbelstück” in unserem Van haben wir das Bett gebaut. Für uns war es wichtig, gut zu schlafen und daher haben wir uns einen Lattenrost gekauft und diesen kurzerhand zugeschnitten und eingebaut. Das Bett ist 1,40m breit und 1,80m lang, wenn es voll aufgebaut ist. Tagsüber kann man den unteren Teil einfahren und das Bett bequem als Couch nutzen. Das gibt uns im vorderen Bereich zusätzlich Platz, um zu kochen und uns zu bewegen.

Stauraum & Möbel
Nachdem wir das Bett eingebaut hatten, ging es an den Schrank, der jetzt links hinten neben dem Bett steht. Ein selbstgebauter Kasten aus Pappelsperrholz – superleicht und ziemlich robust.
Unter dem Bett versteckt sich jede Menge weiterer Stauraum – da passt wirklich einiges rein. Auch hier haben wir mit Pappelsperrholzplatten kleinere Räume abgetrennt und Kisten hineingestellt, damit kein totales Chaos bei der Fahrt entsteht. Die Kisten sind mit Haken und Expanderseilen befestigt.


Die Küchenzeile - Kochen im Camper
Vorne im Campervan befindet sich unsere Küchenzeile mit viel Platz für Vorräte, Töpfe, Geschirr & Co. Gekocht wird klassisch mit Gas. Der Gaskocher steht auf einer ausziehbaren Schublade und ist während der Fahrt mit Expanderseilen gesichert.
Wir haben sogar ein kleines Waschbecken! Die Frischwasser- und Abwassertanks sind mit jeweils 20 Litern eher klein, aber vollkommen ausreichend für ein paar Tage Vanlife ohne Strom. Dank unserer Fußpumpe können wir super wassersparend arbeiten und kommen so beim Frei-Campen mit den 20 Litern sogar mehrere Tage aus. Das Waschbecken verwenden wir allerdings nur zum Abwaschen, für Trinkwasser sorgen wir separat über einen zusätzlichen Wasserkanister.

Ja, ein Klo gibt’s auch
Wir wussten immer, dass wir gerne ein Klo im Camper einbauen wollen und hatten auch von Anfang an eines dabei. Ehrlich gesagt haben wir uns anfangs kaum überwinden können, es zu verwenden. Seit wir es aber getan haben, können wir uns kein Vanlife mehr ohne eigene Toilette vorstellen.
Das Porta Potti ist für’s Vanlife ein absoluter Game-Changer. Wer öfter frei steht, weiß, wie entspannt es ist, nicht ständig eine Toilette suchen zu müssen. Freiheit ist eben auch eine Frage der Infrastruktur. 😉

Und was ist mit Strom?
Beim DIY Camper Ausbau unseres Mercedes Sprinter haben wir bewusst auf Solarpanele verzichtet. Stattdessen laden wir unsere Handys ganz einfach über den Zigarettenanzünder. Das ist für uns als Stromquelle mehr als ausreichend.
Für Wärme sorgt die eingebaute Diesel-Standheizung, die ohne zusätzlichen Stromverbrauch auskommt. Auch wenn sie eigentlich nur dafür gedacht ist, den Fahrerraum etwas zu erwärmen, hat sie bisher immer ausgereicht, um uns auch im kalten Nordeuropa vor dem Erfrieren zu bewahren. So funktioniert Vanlife auch ohne Solarmodule zuverlässig und komfortabel.
Die Kosten
Unser Ziel war klar: möglichst viel selber machen – und dabei so wenig Geld wie möglich ausgeben. Am Ende haben wir es tatsächlich geschafft: Unser DIY Camper Ausbau hat rund 1600 Euro gekostet – komplett inkl. Dämmung, Boden, Möbel und Küchenzeile. Mit neuen Reifen kamen wir auf knapp 2000 Euro.
Viele der verbauten Teile haben wir günstig online gefunden. Und ein paar davon haben sich unterwegs als echte Gamechanger herausgestellt – zum Beispiel:
- 💡 Unsere magnetischen LED-Leuchten, die per USB geladen werden und sogar während der Fahrt bombenfest an der Decke halten.
- 🔒 Die kleinen Schrank-Knöpfe, die dafür sorgen, dass unterwegs nichts aufspringt – selbst auf ruppigen Straßen.
- 🚽 Unser Porta Potti, das wir zu lieben gelernt haben.
Wenn du neugierig bist, welche Produkte sich sonst noch bei uns im Alltag bewährt haben: Wir haben eine Liste mit all den Teilen erstellt, die wir wirklich empfehlen können – funktional, bezahlbar und 100 % Van Life-erprobt.
👉 Hier geht’s zur Übersicht unserer Lieblingsprodukte.

Fazit: Was wir lieben – und was wir (ein bisschen) vermissen
Wir lieben unseren Marshall – genau so, wie er ist: einfach, praktisch, gemütlich und unser ganz eigenes Zuhause auf Rädern. Und obwohl wir mittlerweile schon sehr viel Zeit mit ihm verbracht haben, genießen wir immer noch jede einzelne Sekunde mit ihm. Inzwischen sind wir sogar zu dritt – mit unserem Hund – im DIY Camper unterwegs und selbst dann ist noch genug Platz für uns alle.
Natürlich gibt’s auch Dinge, die nicht perfekt sind – vor allem die fehlende Stehhöhe im Innenraum nervt an manchen Tagen. Gerade bei schlechtem Wetter wäre es manchmal schön, sich im Van richtig aufrichten zu können.
Aber ganz ehrlich: Würden wir irgendwas am Ausbau anders machen? Nein. Für diesen Campervan ist alles perfekt, genau so wie es ist.
Hast du noch Fragen zu unserem DIY Camperausbau? Dann schreib uns gerne auf Instagram. Wir freuen uns auf deine Nachricht!
Pati